Exposé zum Projekt

„BeTaBalance –

bewegt studieren zwischen Berg und Tal“

 

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Kontakt:

Projektleitung in Kooperation zwischen HSP und IfS in Forschung und Lehre:
Ingrid Arzberger (HSP), Prof. Dr. Gorden Sudeck (IfS)

Projektmanagement:
Monika Teuber

E-Mail:
betabalance@ifs.uni-tuebingen.de

Tel.:
07071 / 29 – 76066

Anschrift:
Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulsport
Wilhelmstr. 124
D-72074 Tübingen

Büro:
Universitätssporthalle, Alberstraße 27, Zimmer 111

Wenn du nicht weißt, wo dir der Kopf steht, nimm es erstmal mit den Füßen auf…
Der Bewegung wird im Rahmen der modernen Gesundheitsförderung ein besonderer Stellenwert zugeschrieben: Regelmäßige Bewegung fördert nicht nur die physische und soziale Gesundheit (Woll & Bös, 2004), sondern zeigt auch stressregulative Potenziale (Fuchs & Klaperski, 2012) und positive Assoziationen zu Lern- und Bildungserfolgen auf (Dadaczynski & Schiemann, 2015).

Vor allem Studierende sind aufgrund des höheren Stressempfindens und der Überforderung (Thees, Gobel, Jose, Bohrhardt & Esch, 2012), der überwiegend sitzenden Tätigkeiten in Hörsälen, Bibliotheken oder Seminaren, und aufgrund ihres risikoreichen Gesundheitsverhaltens durch Bewegungsarmut, Rauchen und ungesunde Ernährung eine wichtige Zielgruppe der modernen Gesundheitsförderung (Gebhard, Mir & Mitterbacher, 2015; Keller, Maddock, Hannöver, Thyrian & Basler, 2008; König, Kroke, Reichelt & Stegmüller, 2012).

Für viele Studierende stellt die Hochschule ein zentraler Lebensmittelpunkt dar, der als wichtige Institution die Gesundheitsgewohnheiten, aber auch Gesundheitsrisiken der Studierenden mitbestimmt (Allgöwer, 2002; Wollesen, Rahlf, Gansser, Köhler & Pereira Guedes, 2015). Die Hochschule wird dabei als Setting im Sinne eines begrenzten Systems verstanden, das alltägliche Rahmenbedingungen für die Entstehung von Gesundheit und Krankheit berücksichtigt (Göring & Möllenbeck, 2015). Darüber hinaus sind Hochschulen auch ein wichtiges gesellschaftliches Multiplikatoren-System (Rosenbrock & Gerlinger, 2014), welches über den Setting-Ansatz hinaus durch die Studierenden als „Führungskräfte von morgen“ ein gesundheitsförderndes Potenzial aufweist (Leslie et al., 1999).

Dieser Aufgabe und den geschilderten Phänomenen widmet sich das Projekt „BeTaBalance - bewegt studieren zwischen Berg und Tal“ des Tübinger Hochschulsports. Primäres Ziel des Projekts ist die bedarfsorientierte Planung und Umsetzung von mehr Bewegungs- und Erholungsmöglichkeiten für Studierende der Universität Tübingen unter Berücksichtigung der standortspezifischen Besonderheiten. Das Projekt geht aus der gemeinsamen Initiative "Bewegt studieren - Studieren bewegt" des Allgemeinen Deutschen Hochschulsports und der Techniker Krankenkasse hervor. Es beschäftigt sich mit der übergeordneten Fragestellung: Wie gelingt es durch spezielle Maßnahmen im Setting Hochschule vor allem körperlich inaktive Studierende zu mehr Bewegung in Alltag und Freizeit zu bringen?

Auf Basis der im SS18 durchgeführten Bedarfsanalyse bei den Studierenden werden im WS18/19 folgende Maßnahmen angestrebt:

  • Strategie A: Fahrrad zum aktiven Transport
  • Maßnahmen von Fahrradrallye über Informationsbereitstellung bis hin zu Fahrrad-Checks sind für das WS18/19 geplant. Bei den Rückmeldungen zum aktiven Bewegungsverhalten im Studienalltag hat sich gezeigt, dass für die Studierenden im Kontext des aktiven Transports das Fahrradfahren ein sehr wichtiges Thema ist.
  • Strategie B: HSP Plus [ ]
  • Maßnahmen von speziellen Programmen für Erstsemesterstudierende (beginnen-gewinnen) über aktive Pausengestalungen (Bewegungssnack) bis hin zu offenen Kursangeboten (Bewegungstreffs) sind für das WS18/19 geplant. Unter der Rubrik HSP+ sind die Kursangebote zu finden, die der Förderung der Erfüllung der nationalen Bewegungsempfehlungen dienen sollen, die nach Rückmeldung der Studierenden, nicht von allen erfüllt werden.


Gemeinsam mit den Studierenden und der Hochschule will das Projekt „BeTaBalance - bewegt studieren zwischen Berg und Tal“ die Chance nutzen nicht auf der Stelle zu treten, sondern Bewegung anzustoßen - sowohl im Sinne der körperlichen Aktivität als auch der Weiterentwicklung!




Literaturverzeichnis


Allgöwer, A. (2002). Gesundheitsförderung an der Universität. Zur gesundheitlichen Lage von Studierenden (Forschung Soziologie, Bd. 65). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. https://doi.org/10.1007/978-3-663-10170-3

Dadaczynski, K. & Schiemann, S. (2015). Welchen Einfluss haben körperliche Aktivität und Fitness im Kindes- und Jugendalter auf Bildungsoutcomes? Sportwissenschaft, 45 (4), 190–199. https://doi.org/10.1007/s12662-015-0381-0

Fuchs, R. & Klaperski, S. (2012). Sportliche Aktivität und Stressregulation. In R. Fuchs & W. Schlicht (Hrsg.), Seelische Gesundheit und sportliche Aktivität (Sportpsychologie, Bd. 6, S. 110–131). Göttingen: Hogrefe.

Gebhard, D., Mir, E. & Mitterbacher, A. (2015). Gesunder Start ins Studium. Konzeption einer gesundheitsfördernden Intervention für erstsemestrig Studierende. Prävention und Gesundheitsförderung, 10 (2), 118–123. https://doi.org/10.1007/s11553-014-0481-y

Göring, A. & Möllenbeck, D. (2015). Bewegungsorientierte Gesundheitsförderung an Hochschulen – ein einführendes Vorwort. In A. Göring & D. Möllenbeck (Hrsg.), Bewegungsorientierte Gesundheitsförderung an Hochschulen (Hochschulsport: Bildung und Wissenschaft, Bd. 3, S. 5–8). Göttingen: Universitätsverlag Göttingen.

Keller, S., Maddock, J. E., Hannöver, W., Thyrian, J. R. & Basler, H.-D. (2008). Multiple health risk behaviors in German first year university students. Preventive medicine, 46 (3), 189–195. https://doi.org/10.1016/j.ypmed.2007.09.008

König, G., Kroke, A., Reichelt, A. & Stegmüller, K. (2012). Bewegung im Setting Hochschule. Prävention und Gesundheitsförderung, 7 (1), 73–79. https://doi.org/10.1007/s11553-011-0316-z

Leslie, E., Owen, N., Salmon, J., Bauman, A., Sallis, J. F. & Lo, S. K. (1999). Insufficiently active Australian college students. Perceived personal, social, and environmental influences. Preventive medicine, 28 (1), 20–27. https://doi.org/10.1006/pmed.1998.0375

Rosenbrock, R. & Gerlinger, T. (2014). Gesundheitspolitik. Eine systematische Einführung (Huber Programmbereich Gesundheit, 3., vollst. überarb. Aufl.). Bern: Huber.  

Thees, S., Gobel, J., Jose, G., Bohrhardt, R. & Esch, T. (2012). Die Gesundheit von Studierenden im Bologna-Prozess. Prävention und Gesundheitsförderung, 7 (3), 196–202. https://doi.org/10.1007/s11553-012-0338-1

Woll, A. & Bös, K. (2004). Wirkungen von Gesundheitssport. B&G Bewegungstherapie und Gesundheitssport, 20 (03), 97–106. https://doi.org/10.1055/s-2004-822768

Wollesen, B., Rahlf, A. L., Gansser, S., Köhler, B. & Pereira Guedes, N. (2015). Alltagsbelastungen und Wünsche zur Gesundheitsförderung von Studierenden. In A. Göring & D. Möllenbeck (Hrsg.), Bewegungsorientierte Gesundheitsförderung an Hochschulen (Hochschulsport: Bildung und Wissenschaft, Bd. 3, S. 21–36). Göttingen: Universitätsverlag Göttingen.